Vorstellung unseres Ortes

Bierbach liegt in einer der schönsten Auen- und Waldlandschaften unserer saarländischen Heimat. Der Ort liegt etwa 3 Straßenkilometer von Blieskastel entfernt. Zu Fuß kann man Bierbach entweder auf dem Rad- und Feldweg durch das wunderschöne Wiesental oder von verschiedenen Orten aus auch durch den Wald erreichen.

An den "Sieben Fichten" im Wald treffen sich die Wege von Lautzkirchen, Kirkel, Limbach, Beeden und Wörschweiler. Von dort aus kann man das bekannte Naherholungsgebiet "Grohbachtal" mit Kneippanlage, Spielplatz und Fischweihern bequem über einen schön ausgebauten Waldweg erreichen. Die vorher eigenständige Gemeinde Bierbach gehört seit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahre 1974 politisch zur Stadt Blieskastel. Der Stadtteil Bierbach ist der drittgrößte Stadtteil innerhalb der 15 Stadtteile von Blieskastel. Die ca. 2000 Einwohner sind zu 2/3 katholische Christen und zu 1/3 evangelische Christen.

In dem Ort spielt sich viel in den Vereinen ab und so ist es nicht verwunderlich, dass die Saarländer "Vereinsmaier" genannt werden. So gibt es vier singende und zwei sporttreibende Vereine. Darüber hinaus kann man noch viele verschiedene Vereine und Gruppen finden, die für Jung und Alt abwechslungsreiche Angebote und Programme anbieten. Fast jeder Verein führt im Laufe des Jahres eine größere Veranstaltung wie z. B. Sommerfeste, Konzerte usw. durch. Als gemeinschaftliches Ereignis im Jahresprogramm wurde im Dezember 2000 erstmals ein Weihnachtsmarkt veranstaltet. Gleich 15 Teilnehmer boten ihre Spezialitäten an und man kann sagen, dass es allen Standbetreibern und vor allem den Besuchern sichtlich Spaß und Freude gemacht hat, so dass der erste Bierbacher Weihnachtsmarkt sicherlich nicht der Letzte war. Weit über die Stadtgrenzen hinaus sind die Bierbacher Kappensitzungen bekannt. Ein abwechslungsreiches Programm und die über 1700 Besucher lassen die Pirminiushalle an den drei Terminen fast überkochen.

Bierbach wurde im Jahre 1230 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Diese Urkunde bezog sich auf einen Grundstücksverkauf zwischen dem Kloster Wörschweiler und der Gemeinde. Daher feierte Bierbach 1983 mit dreijähriger Verspätung sein 750jähriges Bestehen. Die Christianisierung des Ortes erfolgte durch den Bischof Pirminius. Seinen Namen findet man bei einigen Gebäude- oder Straßennamen. So z. B. die Pirminiushalle oder auch den Pirmannswald, der allerdings direkt an der Grenze zu Bierbach liegt und zum Nachbarort Lautzkirchen gehört. Selbst der Ortsname "Bierbach" leitet sich vom hl. Pirminius ab. Zum Gedenken an die Christianisierung wurde der Ort "Pirminiusbach" genannt. Da dieser Name wohl zu lang war, machte man daraus "Pirbach" woraus letztendlich Bierbach entstand. Der hl. Pirminius, den auch das Bierbacher Wappen zeigt, wurde im Jahre 690 n. Chr. geboren und starb 63jährig am 03. November 753 im Kloster Hornbach, ca. 20 km von Bierbach entfernt. Reliquien findet man auch auf der Insel Reichenau und seit 1576 in der Jesuitenkirche in Innsbruck.

Bierbach war jedoch schon früher bewohnt, als Urkunden dies beweisen. Beim Bau der Maschinenfabrik Dingler 1924, entdeckte man bei Aushubarbeiten die Überreste einer römischen Villa. Ein Landwirt entdeckte schon im Jahre 1804 beim Pflügen römische Exponate, allerdings fand dieser Fund wenig Beachtung. Ein Grabmal, das vollständig erhalten ist, kann man heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer bestaunen. Leider kann man von der Villa heute nichts mehr sehen, da eine archäologische und touristische Nutzung Mitte der zwanziger Jahre nicht im Vordergrund der Bemühungen stand. Eine römische Siedlung kann man allerdings im Römermuseum Schwarzenacker (3 Km Richtung Homburg) bewundern. Aufgrund dieses großen archäologischen Fundes geht man davon aus, dass das Gebiet um Bierbach schon im Jahre 50 v. Chr. bewohnt war.

Die früheren Einwohner unseres Ortes waren überwiegend Musiker und vor allem Korbmacher. Daher werden auch die Bewohner bis heute "Bierbacher Kerbcher" genannt. Leider gerät diese Tradition der Vorfahren immer mehr in Vergessenheit und so gibt es heute nur noch eine Korbmacher. Die Frauen gingen jede Woche nach Neunkirchen auf den Markt, um dort ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse die sie auf dem Kopf transportierten, zu verkaufen. Damit wurde dann letztlich die ganze Familie ernährt.

Heute arbeiten die Bierbacher überwiegend im Dienstleistungsgewerbe in der Umgebung im Bereich Homburg - St. Ingbert - Zweibrücken. Aber auch die Firma Demag Komatsu (ehem. Dingler) bietet noch ca. 200 Arbeitsplätze in Bierbach an.

Quelle: 750 Jahre Bierbach, herausgegeben von der Stadt Blieskastel Stadtteil Bierbach, zsammengestellt von Heinrich Ehrmantraut